Die Entwicklung der Uhr im Laufe der Geschichte – Teil 6

Das Zeitalter der Moderne, speziell das 20. Jahrhundert, war eine Innovation des Lebens. In jedem Bereich entwickelten sich die Technik, die Kunst und das Leben selbst weiter. Die Weiterentwicklung traf besonders auch auf die Welt der Uhren zu. Man wusste es zu Beginn noch nicht, aber die Armbanduhr sollte das beliebteste Accessoire auf der ganzen Welt werden.

Die Armbanduhr ist ein Gegenstand, welchen man in der heutigen Zeit nicht mehr missen möchte. Dabei ist die Armbanduhr noch gar nicht so alt. Ihre Geburtsstunde wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingeläutet und gleichzeitig ihr Siegeszug rund um die Welt. Kein Uhrenmodell war bisher so beliebt wie eine Armbanduhr.

Die ersten Armbanduhren wurden für die Damen gefertigt bzw. nachdem die Armbanduhr als „niedlich“, „weibisch“ und „unmännlich“ von der Herrenwelt abgestempelt wurde. Die Frauen erkannten jedoch das Potential einer Armbanduhr und durch die stetig wachsende Nachfrage, wurde erstmals das Design über die Technik gestellt. Die Uhrmacher bzw. die Manufakturen oder Uhrenhersteller konstruierten aufwändig gestaltete Armbänder, welche aus Gold und Silber waren und mit Edelsteinen besetzt. Das modische Design setzte sich im Ziffernblatt und dem Gehäuse fort. Auch diese wurden reichlich verziert und es zeichnete sich schon damals der Trend ab, dass eine Armbanduhr mehr war als nur ein Zeitmesser.

Als sich in den 1910er und 1920er Jahren die Armeen für Armbanduhren zu interessieren begann, rückte das Design zugunsten der Technik wieder in den Hintergrund. Die Armbanduhren bekamen eine robustere Ausführung, wurden größer und beherbergten allerlei technische Raffinessen. Die Militäruhren – zusammen mit Flieger- und U-Boot-Uhren – hielten Einzug auf dem Uhrenmarkt, der daraufhin deutlich attraktiver für die männlichen Kunden wurde.
Die erste Armbanduhr für Männer war die „Cartier Santos“, welche sich der Brasilianer Alberto Santos-Dumont von dem französischen Uhrmacher Louis Cartier anfertigen ließ. Sein Auftrag: er wollte eine Uhr für Männer, eine Uhr für Flieger.

Die Offiziere, welche aus dem Ersten Weltkrieg nach Hause zurückkehrten, brachten auch ihre Militäruhren mit. Dies sorgte für das Bekanntwerden der Armbanduhren unter der zivilen Bevölkerung, welche sich dem neuen Trend und der „kleinen“ Technik nur zu gerne anschloss. Vor allem der männliche Bevölkerungsanteil war fasziniert von den Armbanduhren. Es fragte sich ein jeder, wie es möglich war, ein Uhrwerk mit so vielen verschiedenen Bauteilen, in so einem kleinen Gehäuse unterzubringen.

Seitdem war die Armbanduhr einer stetigen Weiterentwicklung unterworfen. John Harwood konstruierte 1923 die erste Automatikuhr. Das Unternehmen Rolex erkannte das Potential dieser Uhr und baute 1931 ebenfalls eine Automatikuhr, welche mit einem einseitigen Rotor ausgestattet war. Rolex ließ sich die „Automatic“ patentieren und erreichte mit dieser Automatikuhr, welche in die wasserdichte Armbanduhr „Oyster Perpetual“ eingebaut war, Weltruhm.

Zu der Technik gesellte sich im Laufe der Zeit auch wieder das Design. Die Uhrenarmbänder wurden aus demselben Material wie das Gehäuse gefertigt, es wurde aufwändig verziert und die Verschlüsse wurden technisch verfeinert, so dass die Uhr nicht verloren ging bzw. vom Handgelenk rutschte. Auch in Sachen Farben tat sich einiges in der Uhrenbranche. Waren die früheren Modelle noch Ton in Ton, so kam langsam Farbe ins Spiel, was sich vor allem bei den Armbändern aus Leder bemerkbar machte.

Die Welt der Armbanduhren entwickelte sich weiter und es kamen immer wieder Neuerungen auf dem Markt. Die Technik veränderte sich und es kamen Quarzwerke dazu. Auch die Anzeige der Armbanduhr wechselte ihren Look. Die Einführung einer digitalen Anzeige machte auch vor den Armbanduhren nicht Halt. LCD und LED leuchten um die Wette zusammen mit den Flüssigkeitsanzeigen.

Inzwischen gibt es Hunderte verschiedene Uhrenmodelle, welche z.T. dem aktuellen Trend unterworfen sind. Anhand des Designs einer Armbanduhr kann man die Zeit erkennen, in der diese gerade „in“ war. Jedoch haben sich bis heute die klassischen Designs der ersten Uhren auf dem Uhrenmarkt behauptet und zählen immer noch zu den beliebtesten Modellen. Die Armbanduhr entwickelte sich zu einem Dauerbrenner am Handgelenk und wurde zu einem modischen Accessoire. Besaß man früher nur eine Uhr, so geht der heutige Trend Richtung 3, 4 oder 5 und mehr Uhren. Im 21. Jahrhundert ist es ein Muss, dass die Uhr auch zum Outfit passt und dieses unterstreicht.

Die Armbanduhr stellt eine große Revolution in der Entwicklung der Uhren im Laufe der Geschichte dar. Es zeigt, wie sich die Menschheit im Laufe der Zeit gewandelt hat, welche Trends es hervorgebracht und wie sich die Technik entwickelt hat. Von Zahnrädern bis hin zur Mikroelektronik und der Nanotechnik – kein anderer Gegenstand repräsentiert so sehr die technische Innovation unseres Planeten als die Uhr.

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