Kalenderuhren – das epochale Zeitmessgerät
Kalenderuhren gehören mit zu den beliebtesten Uhren. Man findet diese sowohl bei den sportlichen Zeitmessern als auch bei den Klassischen Uhren. In der Hektik des Alltags kommt es schon des Öfteren vor, dass man vergisst, welcher Tag gerade ist. Ein Blick auf die Uhr kann da Abhilfe schaffen, denn die Kalenderuhr zeigt uns stets genau, an welchem Zeitpunkt des Jahres wir uns gerade befinden.
Der Kalender hatte für die Menschheit schon immer eine große Bedeutung, zählen wir doch nach seinen Vorgaben die Tage, Wochen, Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende. Die ersten Kalender gab es schon in der Steinzeit, welche heute als neolithische oder megalithische Kalender bezeichnet werden. Ein berühmtes Beispiel eines Kalenders aus dieser Zeit (Jungsteinzeit) ist Stonehenge, der große „Steinhaufen“ in England. Mithilfe der Anordnungen der Steine konnten die damaligen Menschen den Wechsel von Tag und Nacht, die Mondphasen, die natürliche Jahreslänge, die Sonnenwenden sowie die zweimal im Jahr auftretende Tag- und Nachtgleiche exakt bestimmen.
Ein weiterer Kalender – einer der ältesten und bekanntesten – stammt aus der frühen Hochkultur Ägyptens und Mesopotamiens. Bereits damals entwickelten sich unterschiedliche Kalendertypen; der eine Kalender zeigte die Mondphasen an und wurde als Mondkalender bezeichnet, der andere ist bekannt als astronomischer Kalender, welcher den Lauf der Sterne darstellt. Bereits die Babylonier entwickelten einen Sieben-Tage-Wochenkalender, welcher bis zum heutigen Tag seine Gültigkeit hat. Bereits vor ca. 5000 Jahren führten die Ägypter ein 365-Tage-Jahr ein, wobei erst – bzw. schon – vor ca. 2500 Jahren erste Versuche unternommen wurden, einen Schalttag einzuführen. Denn bereits die alten Ägypter wussten durch ihre mathematischen Berechnungen, dass ein Sonnenjahr nicht die gleiche exakte Länge aufwies, wie das 365-Tage-Jahr.
Faszinierend ist, dass zur gleichen Zeit die Völker Südamerikas – die Maya-Kultur – ebenfalls einen Kalender entwickelten. Trotz eines anderen Zählsystems – Haab und Tzolkin Systeme – weist der Maya-Kalender die gleichen Daten auf, sprich auch hier gibt es 365 Tage pro Jahr.
Während sich der Kalender entwickelte, hielt auch die Uhrzeit Einzug in das Leben des Menschen (siehe hierzu auch: Die Entwicklung der Uhr im Laufe der Geschichte Teil 1 – 8). Die Uhr entwickelte sich parallel zum Kalender und eines Tages gingen sie schließlich eine symbiotische Verbindung ein. Der Kalender wurde in die Uhr integriert. Zu Beginn war die Kalenderfunktion bei den astronomischen Uhren vertreten. Erst im weiteren Verlauf wurde auch das Datum in einer konkreten Form angezeigt, in Form des Tages, des Monats und des Jahres. Die Datumsanzeige hielt ca. zu Beginn des 16. Jahrhunderts Einzug bei den Uhren, wobei sie sich hier vorerst nur auf Großuhren beschränkte. Mit der Erfindung der Taschenuhr und später der Armbanduhr, war die Kalenderfunktion für alle Menschen zu jeder Zeit zugänglich. Die Anzeige der Datumsfunktion richtet sich nach dem Anzeigentyp. Man unterscheidet zwischen einer analogen und einer digitalen Anzeige.
Bei einer Armbanduhr mit einer analogen Anzeige kann man zwischen Sichtfenster und einem Hilfsziffernblatt unterscheiden. Das Sichtfenster ist ein Durchbruch im Ziffernblatt, hinter dem sich eine drehbare Scheibe befindet, auf der die Ziffern oder Buchstaben aufgebracht sind. Diese Scheibe wird vom Räderwerk der Uhr angetrieben. In der Regel wird der Tag in einem kleinen Sichtfenster angezeigt, welches sich oftmals auf der 03.00- oder 12.00-Postion am Rande des Ziffernblattes befindet. Beliebt ist oftmals auch ein bogenförmiges Sichtfenster – meist unter der Zahl 12 – welches den Wochentag anzeigt.
Mittels der Hilfsziffernblätter, welche meist in einer mittigen Position arrangiert sind, werden die Monate angezeigt, entweder in Form von Zahlen (1 – 12) oder auch in Worten (Januar – Dezember). Die Jahreszahl wird in der analogen Form nicht – bzw. nur äußerst selten – angezeigt.
Die Datumsanzeige bzw. die Kalenderfunktion ist bei der digitalen Anzeige anders gestaltet. Man kann auch hier zwischen verschiedenen Anzeigenformen unterscheiden. Manche digitalen Anzeigen bieten alles auf einen Blick, sprich die Uhrzeit und das Datum werden gleichzeitig angezeigt. Oftmals findet man aber auch die Version, dass man per Knopfdruck von einer Funktion zur nächsten schaltet und wieder zurück. Das Datum wird wie folgt dargestellt (abhängig vom Land; im englischsprachigen Raum sind die Positionen für Tag, Monat und Jahr vertauscht): z.B. 13.10.2010
Des Weiteren gibt es auch Modelle, bei denen der Wochentag in Buchstaben angezeigt wird. Der Monat wird meistens in den Zahlen 1 – 12 dargestellt, seltener in Worten (Januar – Dezember). Im Gegensatz zu der analogen Anzeige wird das Jahr bei der digitalen immer mit angezeigt, entweder komplett z.B. 2010 oder nur die beiden letzten Ziffern z.B. 10, für das aktuelle Jahr.
Kalenderuhren sind meist sehr elegante Damen- und Herrenuhren. Deren Hauptfunktion ist das Datum bzw. der Kalender. Zur Kalenderfunktion gehören bei modernen Uhren – neben dem Datum – auch die Anzeige der Mondphasen, welche in der Regel in einem Sichtfenster (bei analog) oder auf dem Display (bei digital) durch Mondsymbole dargestellt werden. Des Weiteren findet man – vor allem bei den analogen Uhren – eine 24-Stunden-Anzeige, welche mittels eines Hilfsziffernblattes in der Mitte oder auch als zweiter Ziffernring am äußeren Umfang des Ziffernblattes dargestellt wird.
So exakt und vielfältig Kalenderuhren auch sind, so können sie uns doch nur das genaue Datum anzeigen. An den Hochzeitstag oder den Geburtstag müssen wir uns schon noch selber erinnern.