Longines – der Pionier unter den Uhrenherstellern

Longines oder genauer gesagt: Compagnie des Montres Longines, Francillon S.A., ist ein Schweizer Uhrenhersteller sowie ein Pionier unter den Herstellern von Uhren und hat im Laufe der Zeit Uhren-Geschichte geschrieben.

Der erste Meilenstein war, dass Longines die älteste eingetragene Uhrenmarke der Welt ist. Longines bzw. das Grundunternehmen wurde 1832 von Auguste Agassiz zusammen mit dem Uhrenhändler Henri Raiguel und Florian Morel in Saint Imier (Schweiz) gegründet.
Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts stellt Longines – damals hieß das Unternehmen noch Agassiz & Cie. – mehr als 20.000 Uhren jährlich in Serienproduktion her. Darunter befanden sich u.a. offene Taschenuhren mit einer Zylinder- oder Ankerhemmung. Des Weiteren stellte das Unternehmen auch kleine Uhren her, welche speziell für die Damen entwickelt wurden. Longines erkannte schon damals, dass der zukünftige Hauptkunde die Frau sein würde. Die Firma war damals schon seiner Zeit ein Stück voraus und wusste das geschickt auszunutzen.

Mitte der 1860er bis in die 1870er Jahre kreierte das Unternehmen ein Logo – eine geflügelte Sanduhr – um seine verschiedenen Uhrenmodelle vor Fälschungen zu schützen. Das Logo der Uhr war sowohl im Uhrwerk als auch außen auf dem Gehäuse angebracht.
Als 1878 die Weltausstellung in Paris war, nutzte Longines die Gunst der Stunde und stellte seine Uhrenkollektionen dort vor. Im selben Jahr entwickelte das Unternehmen den ersten Chronographen vom Kaliber Longines 20H sowie das Kaliber Lepine Longines 18L. Aufgrund der enormen positiven Presse bei der Weltausstellung konnte sich Longines vor Aufträgen kaum noch retten. Longines-Uhren wurden zu begehrten Objekten, was sich auch auf den Preis der Uhren niederschlug. Longines-Uhren wurden zu Sammlerstücken.

Ein weiterer Coup von Longines war in den 1880er Jahren die Umgehung des amerikanischen Zolls. Alle Uhren, welche für den amerikanischen Markt hergestellt wurden, bekamen ihr Uhrwerk erst in den USA eingebaut, was natürlich eine enorme finanzielle Einsparung bedeutete. Den Hinweis hierfür bzw. die Vermarktung der Uhren auf dem amerikanischen Kontinent übernahm der Uhrenhändler Wittnauer, welcher in den USA und Kanada mehrere Agenturen besaß sowie zahlreiche Kontakte zur Wirtschaft.
Wieder auf sich aufmerksam machte sich Longines durch die Herstellung der ersten mechanisch hergestellten Armbanduhr, welche in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts langsam die Taschenuhr vom Markt verdrängte. Auch hier zeigte das Unternehmen, dass es nicht nur im Heute lebte, sondern schon einige Schritte weiter in der Zukunft war.

Das Unternehmen Longines erwies sich auch weiterhin als Pionier der Uhrenindustrie und machte sich auch in den Bereichen Sport und Wissenschaft einen Namen. Longines nutzt die Gunst der Stunde und stattete den amerikanischen Flugpionier Charles Lindbergh mit einer Longines-Uhr aus, mit welcher der Pilot 1927 im Alleinflug den Atlantik überquerte. Der Flug sorgte damals für enormes Aufsehen mit vielen Schlagzeilen rund um die ganze Welt, was natürlich auch Longines zugute kam, denn die Zeitmessung des historischen Fluges erfolgte mit einem Chronometer von Longines.
Die Popularität Lindberghs ausnutzend, kommt der Pilot später als Berater für die Konstruktion zu dem Unternehmen. Dies war die Geburtsstunde der Pilotenuhren, denn mithilfe von Lindbergh und dessen Flugerfahrung konstruierte Longines spezielle Armbanduhren, welche eine Längengradbestimmung während des Fluges ermöglichen sollten. Die Armbanduhr wurde auch als Stundenwinkeluhr bezeichnet, da einer der wichtigsten Teile zur Bestimmung des Längengrades der Stundenwinkel von Greenwich war und direkt auf der Uhr abgelesen werden konnte. Die Uhr, welche den Namen „Lindbergh“ erhielt, wurde erstmals 1932 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Und wie sollte es auch anders sein, so hat Longines 1945 die erste Uhr auf den Uhrenmarkt gebracht, welche über einen automatischen Aufzug verfügte.
Ein weiteres Sprungbrett für die weiterhin aufsteigende Karriere des Unternehmens war die Rolle des offiziellen Zeitnehmers bei den Olympischen Spielen in Oslo 1952. Die Olympischen Spiele sind das Megaereignis in der Welt des Sports und brachte nicht nur den Sportlern Ruhm ein, sondern auch Longines.
Nur einige Jahre später, 1960, konstruierte Longines das weltweit flachste elektromagnetische Uhrwerk.
Zwar erlitt das Unternehmen beim Aufkommen der Quarzuhren als billige Massenware einen herben Rückschlag, jedoch konnte sich Longines bis heute behaupten. Mittlerweile gehört Longines zur Swatch Group, das tut der Marke jedoch keinen Abbruch. Longines-Uhren sind nach wie vor das Non plus Ultra auf dem Uhrenmarkt.

Und wie alle Pioniere in der Geschichte taucht auch Longines immer wieder aus der Versenkung auf wie ein Phönix aus der Asche und wird die Uhrenliebhaber rund um die Welt immer wieder mit neuen technischen Kreationen überraschen.