Achtung! Still gestanden! Im Gleichschritt Marsch! – Militäruhren und ihr gewisses Etwas

Militäruhren gibt es seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn dienten diese Uhren nur einem Zweck. Sie sollten die Zeit so präzise wie möglich angeben und sie sollten solide und beanspruchbar sein sowie hohen Belastungen standhalten.

Militäruhren wurden hauptsächlich von den Offizieren der Armeen getragen, denn nur diese hatten das ausreichende Salär dafür, denn die Uhren waren sehr teuer.

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IWC war einer der ersten Hersteller von Militäruhren bzw. Fliegeruhren, gefertigt aus Stahl mit mechanischem Handaufzug. Ein weiterer Hersteller war unter anderem Longines mit der Uhr „Lindbergh“, welche zu den Fliegeruhren zählte. Auch die Unternehmen Omega und Hanhart bauten in den 1930er Jahren Fliegeruhren und belieferten die westlichen Armeen damit.

Zur Gruppe der Militäruhren zählten auch die sog. Fliegeruhren oder auch Pilotenuhren genannt. Beide Versionen zeichneten sich vor allem zu Beginn ihrer Entstehung durch eine robuste Ausführung aus. Das Armband war aus einem dicken Lederband gefertigt, welches an einem großen Uhrengehäuse aus Stahl befestigt war. Das Ziffernblatt war größer dimensioniert, als bei „normalen“ Uhren und war auch aufgrund ihrer Verwendung bei der Marine wasserdicht.

Militäruhren waren stets in dunklen Tönen wie z.B. Braun, Grau und Schwarz gefertigt nach dem Prinzip: Tarnen und Täuschen. Das Ziffernblatt war meist schwarz und wie der Rest in einer matten Ausführung gefertigt. Das einzig Auffallende an der Militäruhr waren die hellen Zeiger, auf denen eine fluoreszierende Schicht aufgetragen war. Da der Krieg auch nachts stattfand, musste man ohne zusätzliches Licht jederzeit die Uhrzeit ablesen können, um die Einsatzbefehle sowie Wechsel in andere Feuerstellungsräume pünktlich ausführen zu können.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges entdeckten auch die Zivilisten die Militäruhren für sich. Ab da begannen auch die Uhrenhersteller den Markt zu entdecken und entwickelten die Militäruhren in ihrem Erscheinungsbild weiter. Hersteller wie z.B. Breguet, Hamilton und Blancpain konstruierten Uhren, die die Eigenschaften der „alten“ Militäruhren aufwiesen, jedoch in ihrer Ausführung deutlich elegantere Züge aufwiesen. Das robuste kantige Design aus Stahl wich einer edlen Kreation aus Gold, Silber und Platin.

Sieht man sich die heutigen Militäruhren an wie sie z.B. Engelhardt, Triumph und Scheffler & Söhne herstellen, so sind diese auf den ersten Blick nicht als Militär- oder Fliegeruhren zu erkennen. Waren früher nur dunkle Farben bei den Uhren vertreten, so sind heutige Modelle in hellen Silberfarben oder anderen auffallenden Farben zu sehen. Die Militäruhr avancierte zu einem Accessoire mit aufwändigen, z.T. verspielten Details. Aus den einfachen schmucklosen Ausführungen Anfang des 20. Jahrhunderts bis ca. Anfang der 1980er Jahre wurden liebevoll gefertigte Uhren im Military-Style.

In ihrem heutigen Aussehen erinnern die Uhren z.T. mehr an das Militär, als dies früher der Fall war. Die Drücker und Kronen eines Chronographen werden mit Verschlusskappen versehen, welche mit Ketten verbunden sind, was sehr an die Munitionsbehälter bei Panzern erinnert. Die Fliegeruhren erinnern in ihrer Ausführung fast an Sternenkarten mit ihren zahlreichen Hilfsziffernblättern und ihren vielen Angaben auf der oft drehbaren Lunette.
Was jedoch allen Fliegeruhren und Militäruhren gemein ist, sind ihre vielen verschiedenen Uhren-Funktionen, welche sich im Laufe der Jahrzehnte stetig vermehrt haben. Inzwischen sind die Militäruhren kleine Grand Complications mit Funktionen wie z.B. Höhenmesser, ewiger Kalender, verschiedene Zeitzonen, Kompass, Stoppuhr und vielen mehr.

Aber was hat nun diese Uhr an sich, dass sie im zivilen Bereich so sehr beliebt wurde?
Militäruhren überzeugen durch ihre Funktionen und durch ihr Aussehen. Eindrucksvoll präsentieren sie sich an einem Handgelenk mit ihrer Größe und ihrem Design. War früher „Tarnen und Täuschen“ das Motto, so heißt es heute: Auffallen, um jeden Preis!

Militäruhren sind nicht nur bei den Herren beliebt, sondern auch bei den Damen. Viele Hersteller bieten sowohl Herrenuhren als auch Damenuhren im Military-Style an. Da es auch Kleidungsstile in diesem Bereich gibt, sind die Militäruhren eine perfekte Ergänzung für diesen Style.

Auch wenn heute keiner mehr im Gleichschritt läuft, so kann man sich sicher sein, dass die Militäruhren mit ihren Präzisionsuhrwerken garantiert im Gleichschritt laufen und stets exakt die Zeit anzeigen.