Swatch – not just a watch

Keine andere Uhr hat eine Generation so geprägt wie die Swatch. Eine Swatch – was auch gleichzeitig der Name des Unternehmens ist – ist mehr als eine Uhr, sie ist eine Institution unter den Uhren, sie ist „die“ Begleiterin einer ganzen Generation und hat maßgeblich den Uhrenmarkt beeinflusst. Der Name Swatch ist zusammengesetzt aus „second watch“, also der zweiten Uhr.

Schrill, bunt, frech und aus Plastik – so tritt die Swatch 1983 das erste Mal in die breite Öffentlichkeit. Mittels einer äußerst erfolgreichen Werbekampagne trat die Swatch 1984 ihren Siegeszug rund um die Welt an. Da damals aufgrund der asiatischen Konkurrenz der Schweizer als auch der Europäische Uhrenmarkt stark am Einknicken war, war die Swatch der letzte Rettungsanker der hiesigen Uhrenindustrie. Und die Swatch erwies sich als mehr als nur ein Rettungsanker. Binnen kürzester Zeit katapultierte die Kultuhr die Schweizer Uhrenindustrie zurück an die Weltspitze. Im ersten Jahr wurde die Swatch über eine Million Mal verkauft. Zwei Jahre später war bereits die 10 Millionen-Grenze übersprungen. Bis zum heutigen Tag im Jahre 2010 wurden weltweit über 500 Millionen Swatch-Uhren verkauft.
Da fragt man sich, was diese Uhr hat, was andere nicht haben…

Eine Swatch gibt es in der klassischen Plastikausführung als auch aus verschiedenen Metallen gefertigt. Eines der erfolgreichsten Modelle ist die „Irony“, welche aus einem Aluminiumgehäuse besteht. Des Weiteren gibt es noch die „Retrograde“ und die extrem flache und äußerst zierliche „Skin“, sowie viele, viele andere Modelle.
Swatch ist bekannt und berühmt dafür, dass im halbjährlichen Rhythmus neue Kollektionen auf den Markt kommen. Abwechslung ist Trumpf und ein internes Motto des Unternehmens. Neben dem günstigen Preis ist die Swatch ein Synonym für Freiheit, Rebellion und dem Mut zum Anderssein. Swatch ist Synonym für trendiges Design zu günstigen Preisen. Zurückhaltung war Gestern, heute ist Auffallen angesagt. Eine Swatch ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit, der Individualität.

Ende der 1970er Jahre machte sich ein Trend bemerkbar: die Zweituhr. Die Welt wurde modebewusster und sah die Armbanduhr nicht mehr nur als bloßen Zeitmesser, sondern auch als Accessoire an. Die „second watch“ kam zur richtigen Zeit auf den Markt, um die Lust auf eine Zweituhr zu befriedigen. Durch ihren günstigen Preis konnte man sich häufig mehrere Uhren aus verschiedenen Kollektionen leisten. So war man immer up-to-date und auch im modischen Bereich gab man mit der Swatch den Ton an, da sie durch ihren ausgefallenen Stil eher Schmuckstück als Zeitmesser war.

Zu Beginn vor allem für die „junge“ Generation kreiert, erweiterte man im Laufe der Zeit die Kollektionen mit eleganten und auch dezenten Styles. Der junge Mensch wuchs im Laufe der Jahre aus der peppigen und bunten Plastikuhr heraus. Angepasst an die Evolution des Menschen, machte auch die Swatch die Entwicklung mit. Spätestens nach der Uni wechselt das Uhrendesign am Handgelenk des Menschen und es werden etwas distinguiertere Modelle bevorzugt. Swatch hat sich angepasst und auch für die Generation „Ü20, Ü30 und Ü40“ immer wieder neue und ausgefallene Kollektionen entworfen. Auf diese Weise musste man seine geliebte Swatch nicht aufgeben, da sie sich an die veränderten Bedingungen des Lebens angepasst hat. Jedoch war trotz der etwas eleganteren Linien und des gemäßigteren Designs die ausgefallene Optik der Swatch nicht verschwunden. Man hatte immer noch eine Swatch am Handgelenk. Denn für Liebhaber der Swatch-Uhren gilt das Motto: Einmal Swatch, immer Swatch.

Swatch-Uhren sind mittlerweile zu begehrten Sammlerobjekten geworden. Bei Auktionen erzielen sie regelmäßig Höchstpreise, was so manche Rolex vor Neid erblassen lässt. Vom finanziellen Blickwinkel aus betrachtet, ist die von Mimmo Paladino entworfene Swatch Art Special oigol ORO (GZ 113) aus dem Jahre 1989, das begehrteste Sammlerstück unter den Swatch-Uhren. Die Gesamtauflage betrug nur 140 Stück. Auf einer Auktion erzielte diese Swatch 1991 den Höchstpreis von 56.000 Schweizer Franken, umgerechnet etwa 45.000 Euro. Heute ist diese Uhr fast nicht mehr zu bezahlen. Die Sammler der Swatch-Uhren haben sich mittlerweile weltweit in sog. Swatch Clubs organisiert und halten jährlich Vereinstreffen ab.

Swatch – eine Uhr mit Kultstatus.