Taucheruhren

Die Taucheruhr – (mit) manchen Dingen sollte man auf den Grund gehen

Sonne, 32° Celsius, weißer Sandstrand, Korallenbänke, blauer Himmel… und die unendlichen Weiten des Ozeans. Die Traumvorstellung eines jeden Tauchers. Schon beim Anlegen der Taucherausrüstung schlägt das Herz des Wassersportlers höher. Neoprenanzug, Flossen, Taucherbrille und Sauerstoffgerät. Und das Wichtigste… die Taucheruhr.

Manche Taucher der älteren Generation werden sich noch an die ersten Taucheruhren erinnern, unhandliche und schwere Modelle, die man lieber unter dem Taucheranzug versteckt hätte, als dass man sie der Öffentlichkeit präsentieren würde. Unter Eleganz und modischer Dezenz versteht man etwas anderes. Taucheruhren von heute sind von anderen Uhren – egal ob Herren- oder Damenuhr – nicht mehr zu unterscheiden. Es gibt sie mittlerweile in modischen und eleganten Ausführungen, so dass sie auch zu einem Abendanzug oder einem Cocktailkleid getragen werden können. Die Taucheruhr ist salonfähig geworden. Man erinnere sich nur an den James Bond-Film „Casino Royale“, als 007 Daniel Craig aus dem Wasser stieg, am Handgelenk eine Taucheruhr, welche er später auch als Accessoire zu seinem Smoking trug. Das war schon etwas für das Auge… die Uhr natürlich ;-)

In den Anfängen der Militäruhren wurde die Taucheruhr speziell für die Marine entwickelt. Bootsbesatzungen auf Schiffen und U-Booten waren die ersten Personen, die in den Genuss von Taucheruhren kamen. Eine Taucheruhr diente vor allem einem Zweck, sie sollte die Tauchzeiten festhalten, als auch die verschiedenen Stufen der Dekompressionen und den dazugehörenden Pausen überwachen. Modische Erwägungen spielten damals noch keine Rolle.

Eine moderne Taucheruhr – egal ob in der Ausführung für die Herren oder Damen – sollte folgende Eigenschaften aufweisen. Die Wasserdichtigkeit sollte mind. 100 Meter betragen. Wobei vor allem bei diesem Aspekt darauf geachtet werden sollte, was der Begriff „wasserdicht“ wirklich bedeutet. Die Wasserdichtigkeitsprüfung wird in einem Labor durchgeführt nach der ISO-Norm 2281. Der gemessene Wert ist ein theoretischer, der die Wasserdichte unter bestimmten Bedingungen bis zu 100 Meter (Beispiel) garantiert. Des Weiteren bezieht sich die Dichtigkeit immer auf den Tag der durchgeführten Prüfung. Man sollte schon beim Kauf daran denken, dass Dichtungen mit der Zeit porös werden können oder auch durch unsachgemäßen Gebrauch die Uhr ihre Dichtigkeit verlieren kann.

Die Uhr sollte des Weiteren über ein flexibles Armband verfügen. Eine Uhr mag zwar am normalen Handgelenk passen, jedoch sollte sie auch über dem Neoprenanzug noch getragen werden können, ohne dass das Armband beschädigt wird. Großen Wert sollte man auf das Uhrenglas legen, welches aus kratz- und stoßfestem Saphirglas bestehen sollte. Auch eine Beleuchtung ist sinnvoll, da je tiefer man taucht, desto dunkler wird es. Zudem sollte sie über einen sog. Zeitstellring verfügen, um die Tauchphasen korrekt festzuhalten. Nützlich ist auch ein Tiefenmesser – vor allem bei Tauchgängen in der Tiefsee. Interessante Funktionen sind auch ein Barometer, eine Stoppuhr oder ein Thermometer.

Auch wenn viele Hersteller ihre Uhren als Taucheruhren anpreisen – vor allem die sportlicheren Modelle – so darf sich eine Uhr erst als Taucheruhr bezeichnen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt. Voraussetzung Nr. 1 ist eine perfekte Wasserdichtigkeit. Die Nr. 2 ist die Gewährleistung, dass man selbst in großen Tiefen bei absoluter Dunkelheit die Funktionen aus einem Abstand von 25 cm noch ablesen kann. Die wichtigste Funktion ist die Nr. 3, die Uhr muss über eine Möglichkeit der Einstellung einer Zeitspanne verfügen. In der Regel ist die Nullmarkierung als dicker Punkt oder als Dreieck gekennzeichnet.

Die Taucheruhren von heute sind elegante Damen- und Herrenuhren. Auch heute noch gehören sie zu der Gruppe der Militäruhren, obwohl bei manchen Ausführungen der Military-Style verloren gegangen ist. In der Regel erinnert nur doch die Größe des Gehäuses an die militärische Abstammung. Ansonsten präsentieren sich die Taucheruhren des 21. Jahrhunderts in einem modernen Look. Die Taucheruhr gibt es in den verschiedensten Ausführungen, ob digital oder analog, der Trend „Back in Time“ ist jedoch auch hier erkennbar. Das sportliche Equipment der Uhr ist in eine elegante Hülle verpackt, so dass man wie die Venus aus dem Wasser steigen und sich in ein elegantes Restaurant begeben kann, ohne dass man zuvor seine Accessoires wechseln muss.