Der Brocot-Gang oder die Brocot-Hemmung gehört zu den Ankerhemmungen und wurde von dem Pariser Uhrmacher Achille Brocot konstruiert. Der Unterschied zu anderen Ankerhemmungen liegt darin, dass der Anker aus Messing gefertigt war und statt der sog. Klaue zwei vertikale halbrunde Stifte aus Stein besaß. Der Stein bestand in der Regel aus einem Rubin. Der Anker umfasst bei einem Gangrad mit 30 Zähnen ca. ein Drittel der Zahnspitzen. Die Zähne des Gangrades weisen eine spitze Ausführung auf. Die Zahnspitze stützt sich praktisch auf die abgerundete Seite des Steinstiftes, wodurch eine Hebung hervorgerufen wird. Der Brocot-Gang gehört zu den einfacheren Ausführungen der Ankerhemmungen und ist leicht herzustellen.

Die Brocot-Hemmung wurde 1826 erstmals vorgestellt und gehört zu den ruhenden Ankerhemmungen. Achille Brocot ließ sich 1847 seine Hemmung patentieren. Vor allem bei französischen Pendulen wurde die Brocot-Hemmung häufig eingesetzt und auch mittels einer Aussparung im Ziffernblatt sichtbar gemacht.