Eine Uhr verfügt über sehr viele Bauteile, welche z.T. auch gehärtet sind. Vor allem beim Härten der Hebe- und Schlussfedern muss besondere Sorgfalt gewährleistet werden, da sie neben der erforderlichen Härte, später auch über eine gewisse Elastizität verfügen müssen und bei Anspannung nicht zerbrechen dürfen. Der Härtevorgang der Feder läuft wie folgt ab. Die fertige Feder (wie sie später im Uhrwerk verbaut wird) wird sie in einem Härteofen kirschrot geglüht.
Die Farbe – wie hier z.B. kirschrot – ist wichtig, da jedes Material bei einer anderen Temperatur gehärtet wird; diese findet man in Härtetabellen. Wenn die Feder komplett durchgeglüht ist und eine gleichmäßige kirschrote Färbung aufweist, wird diese aus dem Härteofen genommen und sofort in ein Ölbad eingetaucht, hin und her bewegt und dadurch abgekühlt. Anschließend, nachdem die Feder abgekühlt ist, muss diese noch angelassen werden. Anlassen bedeutet, dass man dem Werkstück die Spannungen nimmt, welche zuvor beim Härten aufgetreten sind. Ohne das Anlassen wäre die Feder nur spröde und würde bei der kleinsten Belastung zerbrechen.
Das Anlassen funktioniert nach folgendem Prinzip. Auf einem sog. Anlassblech wird die Feder langsam und gleichmäßig erhitzt, bis sie eine lichtblaue Färbung annimmt (max. Temperatur bis 600°C), danach wird sie mit Talg bestrichen und lässt die Feder anschließend langsam auskühlen.