Unter einer Kabinett-Uhr versteht man höchst präzise und kostbare Raritäten, welche man in Kabinetten und Kunstsammlungen findet. Weltberühmt ist z.B. die Kunstkammer in Dresden, welche in großer Anzahl Uhren- und Kunstwerke ausstellt.
Eines der bemerkenswertesten Kabinettstücke im Grünen Gewölbe in Dresden ist die ca. 1,5 m hohe Uhr in Gestalt eines Turmes, welche von Hans Schlottheim in Augsburg 1618 gefertigt wurde. Um den Turm der Uhr läuft spiralförmig eine schiefe Bahn von oben nach unten. Jede Minute wird eine Kristallkugel an der Turmspitze in Bewegung gesetzt und läuft die Spirale hinunter. Die Kugeln fallen am Boden der Uhr in eine Höhlung und rollen in das Werk zurück. Im Inneren des Turms werden durch mehrere Hebel die Kristallkugeln wieder nach oben befördert (ähnlich einem Aufzug), um dann wieder aus der oberen Öffnung wieder die Spirale hinunterzurollen. Der Turm der Uhr ist silbervergoldet und enthält neben den vielen astronomischen Anzeigen und den Zifferblättern, auch Glocken sowie mehrere Spielwerke. Die Uhr ist sehr aufwändig verziert und wurde – wie auch andere kostbare Uhren – oftmals bei großen Empfängen als Dekoration auf die Tafel gesetzt.
Eine weitere beeindruckende Uhren-Sammlung ist die von C. Marfels, welche im Museum in Schramberg ausgestellt ist. Es finden sich dort Uhren sämtlicher Epochen, wobei hier auch die seltensten und kostbarsten Uhren als alter Zeit ausgestellt sind. Ebenso von Interesse für die Liebhaber von Uhren ist die Uhrensammlung im Germanischen Museum in Nürnberg.