Die Ölmützer Kunstuhr gehört zur Gruppe der astronomischen Uhren. Sie findet sich in der Stadt Ölmütz im Rathaus. Die Monumentaluhr wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts konstruiert. Konstrukteur der Uhr war der sächsische Uhrmacher Anton Pohl. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Uhr mehrmals repariert als auch restauriert, wodurch sich immer wieder ihr Aussehen veränderte. Umfassende Änderungen wurden in den Jahren 1572, 1661, 1758, 1811 und 1898 durchgeführt. Seit 1898 hat sich die Optik der Monumentaluhr nicht mehr geändert. Zuletzt wurde die Uhr im Jahre 1945 restauriert.
Die Kunstuhr verfügt über eine Schwerkrafthemmung mit Pendel, wobei das Pendel alleine schon über 50 kg auf die Waage bringt. Mittels acht Gewichten wird die Uhr in Bewegung gesetzt. Des Weiteren hat die Ölmützer Kunstuhr ein Schlagwerk für die vollen Stunden und ein separates Schlagwerk für die Viertelstunden. Für die Bewegung der Figuren ist ein eigenes Schlagwerk installiert sowie für das Glockenspiel. Außerdem befindet sich ein Laufwerk – welches an das Schlagwerk für die volle Stunde gekoppelt ist – im Räderwerk, welches zu jeder vollen Stunde einen Hahn zum Vorschein bringt, der laut kräht und mit den Flügeln schlägt.
Weitere Funktionen der Kunstuhr sind das astronomische Werk. Eine drehbar gelagerte Scheibe bildet die nördliche Hemisphäre mit ihren Sternbildern. Des Weiteren werden die Planetenbewegungen um die Sonne sowie deren Stellung in den Sternbildern dargestellt. Die Kunstuhr verfügt außerdem über eine Anzeige der Sonnen- und Mondfinsternissen sowie eine 24-Stunden-Anzeige der Sonnen- und Sternzeit. Die Kalenderfunktion umfasst die Darstellung des Datums nebst Wochentag, Woche, Monat als auch die dazugehörenden Mondphasen.
Die Ölmützer Kunstuhr ist eine Drei-Etagen-Uhr mit einer Größe von 5,5 x 15 Meter. Die drei Etagen der Uhr sind wie folgt eingeteilt. Die untere Etage zeigt die Uhrzeit an als auch die astronomischen Funktionen. Auf einer Seite befindet sich hier ein Engel, der mit einem Stab den Tagesnamen anzeigt. Oberhalb des Kalenders befindet sich das astronomische Werk, welches eine sichtbare Skelettkonstruktion ist.
Die mittlere Etage ist für die beweglichen und einzelnen feststehenden Figuren vorbehalten. Das Glockenspiel spielt zur Mittagsstunde Volks- und Kirchenlieder, abwechselnd mit Musikstücken von Haydn und Richard Wagner. Das Figurenspiel findet um 12.00 Uhr mittags statt. Neben Engelfiguren finden sich Figuren von Kaiser Rudolf von Habsburg, der sein Pferd am Zügel führt sowie ein Priester mit einem Messdiener. In einem anderen Bereich tritt der heilige Georg in Erscheinung und zeigt diesen, wie er einen Drachen bekämpft. Eine Tür weiter sieht man wie Eva im Paradies Adam den Apfel der Sünde reicht. Weitere Figuren sind die Hl. Drei Könige, Maria mit Jesus, Josef und Maria.
Die obere Etage ist mit Bildern versehen, des Weiteren weisen auch die Seitenteile Malereien und Fresken auf. Auf der Hauptwand ist eine marmorne Gedenktafel angebracht mit der Inschrift: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.“ Die Malereien zeigen unter anderem die Kaiserin Maria Theresia, die Mondgöttin Luna sowie neun weitere Bilder.