Unter dem französischen Begriff Pendule werden alle Pendeluhren verschiedenen Typs zusammengefasst. Die Pendule dient in erster Linie als Ziergegenstand und weniger der aktuellen Zeitmessung. Im 17. bis 19. Jahrhundert waren Pendulen hauptsächlich Tischuhren, deren Gehäuse aufwändig verziert waren. Oftmals wurden die Gehäuse für die Pendule nicht vom Uhrmacher, sondern von einem Innenarchitekten entworfen, der das Aussehen der Uhr an den aktuellen Modegeschmack bei Möbel und Einrichtung anpasste. Das Uhrwerk war in der Regel mit einem kurzen Pendel als auch mit einem Schlagwerk versehen. Siehe hierzu auch Pendel, Schlagwerk.
- Bei den Pendulen gibt es auch die sog. Pendule mit freischwingendem Pendel. Diese Pendule wird auch als Pendule mysterieuse bezeichnet. Diese mysteriöse Uhr ist ein wahres Meisterwerk an hoher Uhrmacherkunst. Von außen betrachtet kann man nicht erkennen, wodurch die Uhr angetrieben wird. Man kann auf den ersten Blick kein Uhrwerk erkennen. Erst auf den zweiten Blick offenbart sich einem das geheimnisvolle Innenleben.
Das Ziffernblatt der Mysterieuse ist aus Glas gefertigt. Auf diesem befinden sich der Stunden- und der Minutenzeiger, welche in ihrer Ausführung etwas größer gefertigt sind. Das Uhrwerk befindet sich im Minutenzeiger. Aufgezogen wird das Uhrwerk durch ein kleines Schlüsselloch, welches sich mittig in der Rundung des Minutenzeigers befindet und von einer Verzierung verdeckt ist. Zum Aufziehen des Uhrwerkes wird diese Verzierung zur Seite gedreht, so dass mittels eines kleinen Dornes das Werk aufgezogen werden kann. Das Uhrwerk im Minutenzeiger ist ein kleines Zylinderuhrwerk, welches auch in kleinen Damenuhren verwendet wird.
Die Platine des Uhrwerkes und die des Stundenrades drehen sich in ihren Umfangsgeschwindigkeiten in einem Verhältnis von 1 : 12. Das Stundenrad ist an der unteren Seite des Stundenzeigers mittig befestigt. Die Rundung des Stundenzeigers verdeckt wie auch beim Minutenzeiger den Mechanismus, so dass ein Antrieb nicht ersichtlich ist.
Das Federhaus ist außerhalb des Uhrwerks angebracht. Es weist ungefähr die gleiche Größe auf und ist beweglich auf einem Federstift montiert, welcher sich am Boden der Zeigerbuchse befindet. Dieses Federhaus wird auch als umgehendes Federhaus bezeichnet.
Die Uhr kann auch von außen geregelt werden. Hierfür befindet sich auf der Platine des Uhrwerkes eine ringförmige Scheibe, welche mittels einer Gabel mit dem Zeiger in Verbindung steht. An der Scheibe ist ein Zylinderstift angebracht, welcher aus der Zeigerrundung austritt, so dass man diesen in einem Schlitz hin und her bewegen kann, um das Werk zu regulieren.