Räderuhren sind Uhren, welche ein mechanisches, mit Zahnrädern versehenes Uhrwerk aufweisen. Der Gegensatz dazu finden sich Elementaruhren, wie z.B. Wasser- Sonnen- und Sanduhren, welche Zeit astronomisch oder mithilfe der Elemente anzeigen. Des Weiteren gibt es noch die Digital-Quarzuhren, welche ebenfalls kein Räderwerk besitzen und zu den elektronischen Uhren gehören.
Die Zeitmessung erfolgt bei der Räderuhr durch eine von Antrieb und Schwingsystem hervorgerufene konstante Bewegung. Räderuhren gibt es sowohl als Großuhren als auch in kleinerer Ausfertigung, welche als Armbanduhr oder Taschenuhr am Körper getragen wird. Eine Räderuhr besteht in der Regel aus folgenden Komponenten: Antrieb, Räderwerk, Hemmung, Schwingsystem, Anzeigewerk. Das Anzeigewerk kann wiederum in verschiedene Bauteile unterteilt werden. Dazu gehören das Schlagwerk, astronomisches Werk, Kalenderwerk, usw.
Die ersten Räderuhren wurden im 14. Jahrhundert entwickelt. Diese wurden zu Beginn hauptsächlich in Kirchen und auch in Rathäusern verwendet. Die zunehmende Verbreitung der Räderuhr läutete das Zeitalter eines neuen Berufsbildes ein: der Uhrmacher. Der Beruf des Uhrmachers entwickelte sich aus dem Schlosserhandwerk.
Zu Beginn waren die meisten Räderuhren sog. Kunstuhren, welche häufig der astronomischen Beobachtung dienten. Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelten sich einfachere und kleinere Räderuhren, welche mit einem Federantrieb ausgestattet waren. Um ca. 1510 produzierte der Nürnberger Uhrmacher Peter Henlein erste transportable Tischuhren.
Um 1650 erfand Christian Huygens das Uhrenpendel, welches auf Galileo Galilei’s Entdeckung des Isochronismus aus dem Jahre 1583 beruhte. Erst ein Viertel Jahrhundert später – 1674 – entwickelte Huygens die Radunruh, welche erst die Evolution der Räderuhr zur Taschenuhr ermöglichte.
Während die Weiterentwicklung der Räderuhren in Deutschland stagnierte, wechselte die Führerschaft des Uhrenhandwerks im 17. Jahrhundert nach England. Auch andere Regionen Europas zogen in Sachen Innovation im Bereich der Uhrenherstellung nach, darunter Frankreich, der Schwarzwald in Deutschland und die Schweiz.
Als Ende des 18. Jahrhunderts die industrielle Revolution einsetzte, war das der Durchbruch der Räderuhr in der Massenproduktion. Galt die Uhr bis dato noch als Luxusartikel und nur bestimmten Bereichen vorbehalten, so wurde die Uhr ab diesem Zeitpunkt zu einem Alltagsgegenstand.