Als Uhr wird in der Regel ein Zeitmessgerät bezeichnet, welches zur Messung, der Anzeige der Zeit oder Zeitintervallen benutzt wird.
Bei den Uhren gibt es viele Unterschiede zwischen den einzelnen verschiedenen Zeitmessgeräten. Man unterscheidet zwischen sog. Elementaruhren, wie z.B. Sonnenuhren, Wasser- und/oder Öluhren sowie Sanduhren.

Des Weiteren gibt es Räderuhren, welche wiederum in Subkategorien unterteilt werden. Das sind: mechanische, elektrische oder elektronische Räderuhren. Zudem gibt es noch Quarzuhren, welche kein Räderwerk aufweisen. Die genaueste aller Uhren – welche auch eine eigene Uhrengattung darstellt – ist die Atomuhr. Des Weiteren gibt es die Einteilung zwischen Pendeluhren und Unruhuhren.

Eine weitere Einteilung bei den Uhren wird nach der Größe entschieden. Es gibt sog. Kleinuhren, wie z.B. Armbanduhren, Tisch- und Wanduhren und sog. Großuhren, wie z.B. Standuhren und Turmuhren.

Weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Technik der Uhren. Man unterteilt die Uhren in mechanische, elektrische und elektronische Varianten.

Auch wird bei Uhren nach der Verschiedenheit ihres Mechanismus unterschieden. Es finden sich hier Zeigeuhren, Schlaguhren, Repetieruhren, Chronometer, Weckeruhren, usw.
Zudem gibt es Unterscheidungen, welche sich nach der bewegenden Kraft richtet. Man findet bei dieser Einteilung Gewichtuhren, Federzuguhren, elektrische Uhren und pneumatisch angetriebene Uhren.

Quarzuhren bilden eine eigene Gruppe bei den Uhren, da sie über kein Räderwerk verfügen. Sie besitzen einen Quarz, welcher in Verbindung mit einer integrierten Schaltungstechnik, Mikroprozessoren und anderen elektr. Komponenten die Zeit anzeigen.
Bei den Uhren gibt es auch Sondermodelle, welche nicht die komplette laufende Uhrzeit anzeigen, sondern nur bestimmte Zeitintervalle messen. Dies sind z.B. Stoppuhren, Kontrolluhren, Schaltuhren und Kurzzeitmesser.

Uhren sind nicht nur Zeitmessgeräte, sondern verfügen z.T. über eine große Zusatzausstattung und Sonderfunktionen, wie z.B. Schlagwerk, Datumsanzeige, Mondkalender, Tauchanzeige, Höhenmesser, usw.
Hier sei auch erwähnt, dass der Begriff „Uhr“ nicht immer zutreffend ist, auch wenn er für gewisse Objekte wie z.B. Wasser-, Gas- oder Benzinanzeigen (Benzinuhr) verwendet wird.
Das Wort Uhr stammt aus dem Französischen – Horloge – welches von dem lateinischen Wort für Stunde – Hora – abgeleitet ist. Die ersten „Uhren“ finden sich schon im alten Ägypten ca. 4000 Jahre vor Christus.

Die Zeitanzeige – welche ja auch zur Uhr gehört – kann auf verschiedene Arten erfolgen. Man unterscheidet in erster Linie zwischen einer analogen und einer digitalen Anzeige. Räderuhren (jeder Variante) verfügen über ein Ziffernblatt, auf dem Zeiger angebracht sind, welche die Stunde, Minute und Sekunde anzeigen (analoge Anzeige). Quarzuhren verfügen oftmals über eine LCD- oder LED-Anzeige, auch digitale Anzeige genannt. Jedoch können auch Quarzuhren über eine analoge Anzeige verfügen.

Bei den Sonderfunktionen einer Uhr gibt es auch außergewöhnliche Anzeigen, welche in der heutigen Zeit kaum noch Verwendung finden. Im 18. Jahrhundert wurde von dem Engländer James Ferguson eine sog. Gezeitenuhr hergestellt. Diese zeigte abwechselnd die Zeiten von Ebbe und Flut an.

Manche Uhren – vor allem astronomische Uhren – sind hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen und befinden sich in einem Vakuum. Eine solche Uhr muss über ein luftdichtes Verschlusssystem verfügen, welches dafür sorgt, dass sich der atmosphärische Luftdruck nicht auf den Gang der Uhr auswirken und somit Veränderungen hervorrufen kann. Diese Uhren befinden sich in einem Glaszylinder, welcher von einer Glasglocke hermetisch abgedeckt wird. In den meisten Fällen verfügen diese Uhren über einen gewöhnlichen Gewichts-Aufzug. Es finden sich jedoch auch elektrische Varianten des Aufzuges. Bei der elektrischen Variante befindet sich an der Welle des Minutenrades ein Gewichtshebel, welcher die Räder antreibt. Mittels galvanischer Trockenelemente wird in Intervallen von 5 bis 8 Minuten der Gewichtshebel wieder in die Höhe gehoben, nachdem er eine markierte Stelle beim Absinken passiert hat. Um den Schwingungsbogen des Pendels abzulesen, ist auf der Innenseite der Glasglocke am Uhrwerk ein Mikroskop angebracht. An der darin integrierten Glasskala kann man die Bogenminuten mit einer Genauigkeit von einem 1/10 ablesen. Um die Pendelschwingungen auf den Chronographen zu übertragen, befindet sich am Uhrwerk ein elektrischer Sekundenkontakt, welcher vom Räderwerk in einem bestimmten Intervall betätigt wird.

Eine Uhr ist nicht nur ein Zeitmesser, sondern auch eine Wertanlage. Besonders die antiken Taschenuhren sind äußerst wertvoll und erzielen bei Auktionen oftmals Höchstpreise. Besonders wertvolle Exemplare sind z.B. Uhren und Werke, welche nur einen Zeiger aufweisen und aus Goldemail gefertigt sind. Des Weiteren gehören Taschenuhrwerke, welche eine Höhe von bis zu 4 cm aufweisen sowie Uhren mit einem durchbrochene Gehäuse zu den wertvollsten Schätzen in der Uhrenwelt.

Eine Uhr besteht aus vielen verschiedenen Bauteilen. Bei einer Grande Complication können dies z.B. über 600 verschiedene Bauteile in einer einzigen Uhr sein. Die Hauptbestandteile einer jeden Uhr sind jedoch folgende Komponenten. Da ist zum einen der „Motor“ der Uhr, welcher aus den Gewichten, der Feder und dem Gesperr besteht. Das Gesperr dient u.a. zum Aufzug der Uhr. Die Feder einer Uhr befindet sich im sog. Federgehäuse. Bei diesem wird zudem noch unterschieden zwischen einem fliegenden und einem festen Gehäuse. Das feste Federgehäuse ist an der Platine aufgeschraubt, während das fliegende Gehäuse sich um eine Achse dreht und den Zahnkranz trägt. Die nächste Komponente ist das Räderwerk, welches aus mehreren Rädern und Trieben besteht. Ein wichtiger Bestandteil einer Uhr ist die Hemmung, welche sich in ruhende, freie und rückführende Hemmungen unterscheiden lassen. Die Gangregler einer Uhr sind das Pendel oder die Unruh mit einer Spiralfeder. Weitere Bestandteile sind das Zeigerwerk, welches man auch als Bestandteil des Räderwerkes sehen kann. Die Gabel, welcher ein wichtiger Bestanteil der Uhr ist, gehört zur Baugruppe der Hemmungen.

Da viele Uhren über Zusatzfunktionen verfügen wie z.B. Schlagwerk oder Wecker, sind diese auch als Teile einer Uhr zu bezeichnen, gehören jedoch nicht zum Gangwerk einer Uhr, sprich zu den zuvor genannten Bauteilen.

Auch bei Uhren kommt es auf die Größe an. Die kleinste Uhr der Welt ist von einem Schweizer namens Paul Ditisheim in La Chaux de Fonds konstruiert worden. Dieses Wunderwerk der Uhrentechnik hat einen Durchmesser von 6,75 mm und wiegt 0,95 Gramm. Dieses minimalistische Meisterwerk an Akribie verfügt über eine Hemmung, welche nur 0,0075 g wiegt, die Spirale der Uhr weist einen Durchmesser von 1,78 mm auf und wiegt 0,0001 g. Der Zylinder verfügt über einen äußeren Durchmesser von 0,35 mm. Die Unruh weist ein Gewicht von 0,0175 g auf und bringt es auf äußerst erstaunliche 18152 Schwingungen pro Stunde.

Bei den Uhren findet man auch sog. „übersetzte Uhren“. Die Laufzeit einer Uhr ist abhängig von der Anzahl ihrer Räder und der Übersetzung. Bei einer Uhr mit drei Rädern läuft diese ca. 40 Stunden. Möchte man, dass diese Uhr die Laufzeit einer sog. Acht-Tage-Uhr aufweist, so muss das Räderwerk der Uhr um einige Räder ergänzt werden; in der Regel weist eine Acht-Tage-Uhr 4 Räder auf, eine Monats-Uhr verfügt über 5 Räder und eine Jahres-Uhr über sechs Räder. Diese zusätzlichen Räder werden auch Zusatzräder oder Übersetzungsräder genannt.

Uhren bedürfen von Zeit zu Zeit einer Korrektur. Diese Korrektur kann auf mechanischem als auch auf elektrischem Wege erfolgen. Bei der mechanischen Korrektur wird die Uhr von Hand mithilfe der Krone oder direkt die Zeiger auf die genaue Uhrzeit eingestellt. Bei der elektrischen Variante wird mittels eines elektrischen Impulses der Gang der Zeiger oder des Pendels beeinflusst und an eine dem Stromkreis angeschlossene Kontrolluhr periodisch angeglichen. Auf diese Weise können Uhren mit einer geringeren Ganggenauigkeit ständig mit einer Präzisionsuhr abgeglichen werden.