Zeiger (+ Ausführungen + Funktionen)
Der Zeiger ist ein mittig im Ziffernblatt befestigter Stift aus Metall oder einem anderen Material, welcher drehbar gelagert ist und die Uhrzeit mittels der am Rande des Ziffernblattes kreisförmig angeordneten Ziffern anzeigt.
Bei den Uhren unterscheidet man zwischen zwei Grundtypen: der Einzeiger-Uhr und der Zweizeiger- oder Mehrzeiger-Uhr.
- Einzeiger-Uhren wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzten sich immer mehr die Uhren mit mehreren Zeigen durch und erlaubten dadurch ein genaueres Bestimmen der Zeit.
- Uhren mit Uhrzeiger gehören zu den analogen Anzeigen und dienen dem Ablesen der Uhrzeit.
- Der englische Uhrmacher Daniel Quare erfand Ende des 17. Jahrhunderts das Zeigerwerk und den Minutenzeiger.
- Breguet erfand zwar nicht den Sekundenzeiger, jedoch besaßen alle Uhren, welche von ihm gefertigt wurden diesen. Der Sekundenzeiger wurde vor allem bei Seechronometern eingesetzt. Denn ein zeitlicher Unterschied von 1 Sekunde machte auf See eine Abweichung von knapp 500 Metern aus bei der Positionsbestimmung des Schiffes am Äquator.
- Bei den Zeigern unterscheidet man zwischen folgenden Verwendungszwecken: Sekundenzeiger, Minutenzeiger, Stundenzeiger, Chronographenzeiger, Weckerzeiger, Stoppzeiger, Datumzeiger, usw.
- Die Zeiger einer Uhr unterliegen im Aussehen der jeweiligen Mode und Epoche. In der Regel sind die Zeiger aus Metall gefertigt und weisen eine schwarze Farbe auf. Seit einigen Jahrhunderten werden Zeiger auch gebläut, wodurch diese eine bläuliche Färbung aufweisen (siehe hierzu: Bläuen). Des Weiteren werden sie auch der Form des Gehäuses angepasst.
- Die Zeiger einer Uhr weisen verschiedene Formen auf. Eine der beliebtesten Zeigerformen war die Pfeilform, welche schon vor mehreren hundert Jahren bei Turmuhren verwendet worden war. Auch heutige – meist vergoldete – Turmuhrenzeiger besitzen diese Pfeilform. Viele Zeiger wurden nach der Stilepoche benannt, in welcher sie gebaut und verwendet wurden, wie z.B. Louis XV-Zeiger oder nach deren Erfinder oder Uhrmacher wie z.B. Breguet-Zeiger oder Quare-Zeiger. Diese Zeiger wurden später als klassische Zeiger bezeichnet. Auch eine Einteilung nach der geometrischen Form war üblich wie z.B. kubischer Zeiger. Während der Barockzeit im 18. Jahrhundert wurden die Stunden- und Minutenzeiger unterschiedlich vom Design her ausgeführt. Der Stundenzeiger wies ein breites und symmetrisches Bild auf, während der Minutenzeiger meistens eine S-Form aufwies, welche in einer Pfeilspitze endet. Erst gegen Ende 18. Jhdt. ging man dazu über, beide Zeiger in gleicher Form zu konstruieren. Der einzige Unterschied bestand nur darin, dass der Stundenzeiger etwas dicker ausgeführt war und der Minutenzeiger diesen in der Länge etwas überragte. Ebenfalls beliebte Formen bei den Zeigern waren die Birnen- als auch die Herz- oder Blattform. Es gab auch Kombinationen aus beiden, so dass der Stundenzeiger häufig mit einer aufwändigeren Form (Birne oder Herz, usw.) ausgestattet und der Minutenzeiger meist ein einfacher Stab war.
- Das Material der Zeiger war vor allem bei Großuhren Guss- oder Schmiedeeisen. Des Weiteren wurden Bronze- oder Messingblecke verwendet, welche zuerst auf die entsprechende Dicke gewalzt und später ausgesägt und geschliffen wurden. Diese „rohen“ Zeiger wurden im Anschluss z.T. aufwändig bearbeitet und mit verschiedenen Dessins und Reliefs ausgestattet. Es erfolgten Einlegearbeiten aus Gold oder Silber.
Bei den Kleinuhren war die Fertigung der Zeiger wie bei den Großuhren. Mitte des 18. Jahrhunderts konstruierte David Courvoisier-Clement eine Zeiger-Stanze, welche in Serie aus einem Metallstreifen Zeiger-Rohlinge ausstanzte. Diese wurden im Anschluss bearbeitet und einem Veredelungsprozess unterzogen wie z.B. der Vergoldung. Vor allem in den Zeiten des Barock und des Rokoko wurden die Uhrzeiger aufwändig verziert und mit einer reichen Dekoration versehen.
Waren in den Anfangszeiten die Zeiger aus Bronze, Messing und Gusseisen gefertigt, so kam mit der Serien- bzw. Massenfertigung immer häufiger Stahl zum Einsatz. Stahl konnte gehärtet werden und somit die Eigenschaften des Zeigers verbessern. Des Weiteren wurde das Glühen eingesetzt, womit die Zeiger gebläut oder bei entsprechend anderer Temperatur während des Glühvorgangs mit einer anderen Farbe versehen werden konnten wie z.B. strohgelb, braun, blau).
- Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es bereits 600 verschiedene Muster und Formen für die Zeiger von Groß- und Kleinuhren. Zur Zeit der Weltausstellung 1896 konnte das Unternehmen Richardet bereits über 1200 verschiedene Zeigertypen vorweisen.
- Die verschiedenen Schweizer Zeigerfabrikanten haben sich in den 1980er Jahren zu einem Gesamtunternehmen „Universo S.A.“ zusammengeschlossen.
- Um die Zeiger auf die Passung der Zapfen aufzusetzen, benötigt man einen sog. Zeiger-Amboss. Dieser kann entweder in einen Schraubstock gespannt werden oder bei entsprechender Ausführung auf den Werktisch gestellt werden. Hierbei wird das Minutenrad von unten angelegt und die darüber liegenden Zeiger werden mittels eines Aufsatzes auf den Zapfen des Minutenrades gepresst.
- Da die Zeiger auf den Zapfen des Minutenrades gepresst wurden, sind diese nicht so einfach zu lösen. Für das korrekte und behutsame Abziehen der Zeiger wird deshalb ein sog. Zeigerabheber verwendet. Eine einfache und auch effektive Ausführung eines Zeigerabheber sind zwei kleine Hebel, deren abgeflachte Seiten unter den Zeiger geführt werden. Durch leichten Druck auf die beiden Hebel schiebt sich der Zeiger langsam nach oben, ohne das dieser auf der Welle des Minutenrades verkantet.
- Alle Uhren, welche die Zeit mittels verschiedener Zeiger anzeigen, werden auch als Zeigeruhr bezeichnet. Der Begriff Zeigeruhr kommt aus dem Lateinischen: Horologia automata. Zu den Zeigeruhren zählen alle Uhren, welche über ein Zeigerwerk verfügen bzw. alle Räderuhren.
- Die Zeigerbuchse ist eine kleine Messingscheibe, welche mit einem Zeiger (z.B. Minutenzeiger) und der entsprechenden dazugehörigen Welle (z.B. vom Minutenrad) verbunden ist. Die Position des Minutenzeigers kann gegenüber dem Ziffernring eingestellt werden. Hierbei wird die Zeigerbuchse gegenüber dem Zeiger vorsichtig gedreht.
- Um die Zeiger (egal welcher Ausführung) manuell einstellen zu können, wird zwischen dem Antrieb und dem Zeigerwerk eine sog. Rutschkupplung in Form einer flachen Feder eingesetzt. Die Rutschkupplung – welche auch Zeigerkupplung genannt wird – ermöglicht das Verstellen der Zeiger ohne das Räderwerk als auch die Hemmung mitzubewegen.
- Die Zeigerschnellkorrektur ermöglicht eine schnelle Veränderung der Zeigerstellung einer analogen Quarzarmbanduhr. Hierbei werden Teilerstufen des Schrittmotors kurzgeschlossen, was einen schnelleren Umlauf zur Folge hat. Durch das Zwischenschalten von sog. Teilerketten kann man eine bestimmte Impulszahl vorgeben, welche z.B. einen Zeigerumlauf für eine oder zwei Stunden ermöglicht. Dies wird verwendet bei der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit oder bei der Umstellung der Uhr auf eine andere Zeitzone. Durch Betätigung der Reset-Taste erfolgt zur vollen Stunde ein sekundengenauer Start.
- Das Zeigerwerk – aus dem Französischen für: Chausee – ist eine Baugruppe einer analogen Uhr, welche mittels Zeiger die Zeit in Stunden und Minuten angibt. Die Sekunden werden nicht vom Zeigerwerk sondern vom Räderwerk gesteuert. Bei mechanischen Uhren besteht das Zeigerwerk aus drei Zahnrädern und wird vom Gehwerk angetrieben. Dies sind das Minutenrad mit Minutenzeiger und das Stundenrad mit Stundenzeiger sowie das Wechselrad. Im Allgemeinen ist die Hauptzeigerachse die Welle des Minutenrads. Der Minutenzeiger ist auf einem Vierkant vor dem Ziffernblatt mittels eines Stiftes angebracht. Hinter dem Ziffernblatt befindet sich ein Radkranz – das Minutenrad – auch Viertelrohr genannt – welches in das Wechselrad eingreift. Der Trieb des Wechselrades treibt das Stundenrad an, welches auf der Welle des Minutenzeigers befestigt ist. Der Stundenzeiger ist hinter dem Minutenzeiger angebracht. Die Zeiger sind drehbar gelagert und nicht starr mit der Achse verbunden, so dass sich diese mit dem laufenden Uhrwerk drehen können. Die Übersetzung des Zeigerwerks liegt bei 12 : 1, bei astronomischen Uhren 24 : 1. Die Datumsanzeige erfolgt ebenfalls über das Zeigerwerk. Hierbei dreht das Stundenrad ein weiteres Zahnrad an – das Datumsrad – welches sich nur einmal in 24 Stunden dreht. An diesem Rad ist ein kleiner Hebel befestigt, welcher einen Zahnkranz mit 31 Zähnen einmal pro Tag um einen Zahn weiterdreht. Auf diesem Zahnkranz, bzw. auf dessen Achse, ist der Datumszeiger fixiert. Das Zeigerwerk treibt oftmals auch weitere Räder oder Triebe an, welche z.B. ein Schlagwerk oder ein Weckerwerk sein können. Bei elektronischen Uhren, welche ebenfalls über ein Zeigewerk verfügen, werden die Zeiger mittels elektronischer Bauelemente dargestellt.
Das Zeigerwerk ist von außen einstellbar und ist immer zwischen der Werkplatte und dem Ziffernblatt eingebaut.
- Neben den mechanischen Zeigerwerken gibt es auch elektrische Zeigerwerke. Die Bewegung erfolgt mittels elektrischen Stroms in der Art, dass periodische Ankerbewegungen eines Magneten das Steigrad jeweils um einen Zahn verschieben. Die Stromimpulse erfolgen für diesen Vorgang entweder pro Sekunde oder pro Minute. Die Stromschlüsse erfolgen durch eine im Räderwerk der Uhr angebrachten Kontaktvorrichtung.