Die Entwicklung der Uhr im Laufe der Geschichte Teil 3

Die Neuzeit – welche den Bereich von 1500 bis heute abdeckt – zählt zu den historischen Großepochen und folgt auf das Mittelalter. Seit Beginn der Neuzeit hat sich die Welt und vor allem auch die Uhr weiter entwickelt. Die Zeit hat vor den technischen Revolutionen nicht Halt gemacht.

Im Zeitalter der Renaissance kam es zu bedeutenden Innovation im Uhrenhandwerk. Die Renaissance – welche vom 14. bis zum 17. Jahrhundert andauerte – war eine der bemerkenswertesten Zeiten, in denen sich die Kultur, Wissenschaft und die Menschen enorm weiter entwickelten.

Gleich zu Beginn der Neuzeit entwickelten sich die Hausuhren weiter. Die Uhren wurden mit einem Gehäuse ausgestattet, welches das Innenleben vor Schmutz, Feuchtigkeit und anderen äußeren Einflüssen schützen sollte. Das Uhrengehäuse war seitdem immer der aktuellen Mode in der jeweiligen Epoche unterworfen. Da die Uhren nun auch optisch ein Hingucker waren, begann die Zeitmessung langsam in den Hintergrund zu rücken. Die Uhr wurde zu einem Accessoire, einem wertvollen Möbelstück, welches oftmals dazu verwendet wurde, um das eigene Prestige aufzuwerten. Die Hersteller überboten sich gegenseitig in der Auswahl der Materialien für das Gehäuse. Es wurden aufwändige Verzierungen angefertigt, welche die Uhren schmückten. Oftmals wurden auch Künstler aus anderen Bereichen wie z.B. Maler beauftragt, um die Gehäuse der Uhren mit fantasievollen Motiven zu versehen. Goldschmiede fertigten Ornamente und Intarsien an, was den Wert der Uhren enorm steigerte.

Eine weitere Innovation war die Verkleinerung der Uhr. Da im Laufe der Zeit sich die Werkzeuge immer weiter verbesserten, Maschinen zur Fertigung eingesetzt wurden, konnten die Bauteile der Uhr immer genauer angefertigt werden. Diese Präzision hatte zur Folge, dass sich die Uhr von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer weiter verkleinerte.

Um ca. 1504 baute Peter Henlein aus Nürnberg eine Uhr mit Federantrieb. In Verbindung mit einer Unrast konnte Henlein somit die Uhr auf Taschengröße verkleinern. Henlein nutzte als Vorbild eine Feder, wie sie zu der Zeit schon in Türschlössern verwendet wurde. Durch die Verwendung eines Federantriebes wurde das Zeitalter der beweglichen Uhren eingeläutet.

Für eine gewisse Zeit erfolgte dann ein Stillstand in der Weiterentwicklung der Uhren. Allerdings bekam die Uhrenindustrie einen gewaltigen Schub, als Mitte des 17. Jahrhunderts die erste Taschenuhr mit einer Spindelhemmung hergestellt wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurden auch kontinentale Unterschiede bemerkbar. Während die Europäer, speziell die Deutschen, Engländer und Franzosen darauf bedacht waren Einzelstücke in höchster Vollkommenheit herzustellen, neigten die Amerikaner von Beginn an zur Massenproduktion, welche sich vor allem ab Beginn des 19. Jahrhunderts in der Herstellung günstiger Taschenuhren zeigte. Zudem zeigte sich in der Entwicklungsgeschichte der Uhr eine Einteilung in zwei Grundtypen: der Großuhr, welche an einen bestimmten Ort gebunden war und die Kleinuhr, welche tragbar und überall einsetzbar war.

Die Renaissance wird auch als kunstgeschichtliche Epoche bezeichnet. Vor allem der künstlerische Teil wirkte sich auf die Entwicklung der Uhren aus. Die Uhren wiesen häufig kunstvolle Verzierungen auf, wurden von den großen Malern dieser Zeit aufwändig bemalt und Bildhauer schufen kleine Figuren, welche um die Uhr herum angeordnet waren und oftmals auch Teil des Schlagwerkes waren.

Technisch gesehen entwickelten sich die Uhren enorm weiter. Uhren der Renaissance besaßen Werke mit einer Spindelhemmung und einer Unruh. Das Federhaus beinhaltete Federn, welche mittels Darmsaiten befestigt waren. Die Räder waren aus oftmals vergoldetem Messing gefertigt, teilweise wurde auch Kupfer verwendet. Des Weiteren verfügten die Uhren dieser künstlerischen Epoche über Schlagwerke, welche die Stunden als auch die Viertelstunden mittels einer Glocke ankündigte.

Die Renaissance war nicht nur ein Zeitalter, in der sich die Architektur, Dichtkunst, Bildhauerei und Malerei hervortat, die Zeit machte in der Evolution der Uhren einen Sprung nach vorne und setzte Maßstäbe bei der Konstruktion von Uhren.

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