Die Zeit läuft – die Uhrenbranche in der Krisenzeit

Die für jeden spürbare Finanz- und Wirtschaftskrise macht auch vor der Uhrenbranche keinen Halt. Wie das Schweizer Fernsehen berichtete, bewegen sich CEO´s namhafter Uhrenhersteller, die bislang für extravagante Unikate oder ausgefallene Luxusuhren standen, auf dünnem Eis. Umsatzeinbrüche sorgen für Entlassungen und die Prognosen für das kommende Jahr sind nicht berauschend. Schon das Jahr 2008 galt unter den Händlern als „schlechtes“ Jahr und dennoch waren bereits im Oktober 2009 über 40% Umsatzeinbußen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.

Gibt es nun Luxusuhren zu Dumpingpreisen? Die Frage ist berechtigt, aber die Antwort zu verneinen. Insbesondere, wenn man die Reaktion des Luxusuhren-Herstellers Rolex betrachtet. Um durch „niedrig Preise“ einen Imageverlust zu vermeiden bot der Hersteller konzessionierten Verkäufern den Rückkauf an. Der offizielle Verkaufskanal, bei dem die Händler direkt vom Hersteller beliefert werden, ist jedoch nicht der einzige Weg, um an eine Rolex zu gelangen. Um keine Ladenhüter abstauben zu müssen, wählen einige den Weg, ihre Armbanduhren an Wiederverkäufer zu veräußern oder den Verkauf durch Preisnachlässe anzukurbeln. Das Rückkaufsangebot beziehe sich laut Rolex vornehmlich auf die Märkte in Asien und Amerika. Europäische Händler wurden bezüglich des Preisniveaus verwarnt und bekamen die strategisch durchdachte Liefermenge zu spüren.

Die klaren Gewinner sind wohl die Unternehmen, welche mit dem Low-Profit-Prinzip arbeiten. Hier muss nicht auf Entlassung oder Kurzarbeit zurückgegriffen werden, sondern es heißt einfach „back to the Roots“. Man besinnt sich wieder auf die traditionellen Werte und überarbeitet alte Modelle mit neuem Charme. Die Entlassungen von rund 20 CEO´s aus dem Hochpreissegment sind vermutlich auf Unsicherheit und Widersprüche in der Branche zurückzuführen, welche seit jeher extremen Schwankungen unterworfen ist. Während die Seifenblase nun zerplatzt ist, können sich die Hersteller von exotischen Luxusuhren um die Abarbeitung ihrer Warteliste kümmern. Wie ein Uhrpendel wird sich auch dieser Zustand wieder einspielen, denn sicher ist, dass es immer Menschen geben wird, die auch in Krisenzeiten nicht auf jeden Dollar, Franken oder Euro blicken müssen und immerhin gewähren viele Verkäufer lohnende Preisnachlässe, die die Investition in eine Luxusuhr gerade derzeit um ein vielfaches attraktiver macht.