Umbau einer Longines Ultra-Quartz Kaliber 6512

Longines, die Uhr mit der Bezeichnung Ultra-Quartz Cal.6512 wurde 1969 als besonders genau gehende Schwingspulen – Quarzuhr der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Elektronikplatinen wurden im eigenen Haus gefertigt. Longines wurde damit unabhängig von anderen Elektronikkonzernen.
Dem Besitzer fiel die Uhr eines Tages aus der Hand. Das schwere massive Weißgoldgehäuse schlug auf dem Boden auf. Dabei brachen die Zapfen der Antriebschnecke ab. Longines konnte leider nicht mehr helfen.
Wie Sie auf den nachfolgenden Bildern erkennen können, konnte die Uhr durch einen Umbau ohne das Äußere zu verändern erhalten werden.

Ausführendes Unternehmen: Michael Merge Uhrenservice
Hier können Sie den Umbau in einzelnen Etappen miterleben.

1. Die Longines Ultra-Quartz mit Kaliber 6512 vor dem Umbau!

2. Die Longines Ultra-Quartz besitzt einen quarzgesteuerten Schwingspulenantrieb mit 14 Transistoren, 19 Widerständen 7 Kondensatoren und einen Quarz. Der Quarz befindet sich links unter der Platine und war das Zeitnormal. Die Quarz – Frequenz wurden über die Transistoren heruntergeteilt und über eine Schnecke auf das Räderwerk übertragen

3. Die Grundplatine der Longines Ultra-Quartz mit dem Kaliber 6512, hier die Ansicht der Grundplatine vor dem Umbau. Ein einfaches Quarzwerk konnte nicht ersetzt werden, weil die Datumringe heute kleiner sind.

4. Um genau sehen zu können wo Umrisse und Bohrungen gesetzt werden können, wird zuerst eine Schablone aus PMMA angefertigt.

5. Um am Uhrwerk der Longines Ultra-Quartz das Arbeiten zu erleichtern, wird aus PMMA ein so genannter Werkträger gefertigt. Damit werden Fingerabdrücke vermieden

6. Eine Trägerplatine aus Messing wird nach Muster der PMMA – Platte angefertigt und genau in die Grundplatine eingepasst und anschließend verschraubt.

7. Einpassen der Motorplatine auf die Trägerplatte. Die Motorplatine ist ein Teil eines anderen Quarzwerkes.

8. Anschließend erfolgt das Setzen der 2 Zentrierputzen für den Motor der Longines Quarzuhr. Damit wird die Position des Motors fixiert.

9. Es folgt die Anfertigung der Elektronik Platine, hier wird die Zeichnung für das Muster erstellt. Ein paar Kontakte müssen genau beachtet werden, damit die Uhr anschließend gestellt und auch angehalten werden kann. Z. B. Synchronisation mit einer Funkuhr.

10. Ist das Muster aus stabilen Karton gefertigt, geht es weiter mit dem ausschneiden, feilen und bohren der neuen Elektronikplatine.

11. Die Ansicht der mit Fotolack beschichteten Platine vor der Belichtung.

12. Weiter mit dem E-Block Umbau an der Longines Ultra-Quartz mit dem Kaliber 6512. Es folgt die Positionierung der Bauteile und Lötpunkte auf dem Layout vor der Anfertigung des Filmes. So kann man erkennen ob überall unter der Platine Platz ist

13. Anfertigung des Filmes zur Belichtung der Fotolack beschichteten Platine.

14. So sieht die Platine aus, fertige belichtet, entwickelt und geätzt. Die violette Farbe ist noch der Fotolack.

15. Im weiteren Arbeitsgang werden die Kupferleitbahnen vom Fotolack gereinigt. Die hellen Stellen in den Kupferleitbahnen und Flächen sind Lichtduchlässe im Filmmaterial. Diese Stellen sind leicht angeätzt, haben aber auf die Funktion keinen Einfluß.

16. In einem weiteren Arbeitsschritt wurden an der Platine die Bohrung für den Trimmer und die Ausfräsung für das IC angebracht. Das IC liegt dann plan mit den Kontakten auf den Leiterbahnen auf.

17. Die Platine der Longines Ultra-Quartz ist mit Quarz, Trimmer, IC, Stoppkontakt und den Anschlußdrähten für die Motorspule bestückt. Ab jetzt schwingt das Herz mit 32768 Hz.
( Fast 4 x so schnell wie vorher ).

18. In einem weiteren Arbeitsschritt wird die Basisplatine ausgebaut, Motor und Räderwerk entfernt, die Ausfräsung fürs Batteriefach angebracht. Die Basisplatine wurde mit Glas gestrahlt und anschließend vergoldet. Jetzt kann die Platine nicht mehr anlaufen und sieht auf Dauer gut aus.

19. Die Elektronik wird ausgebaut und die Drähte gerichtet. Zu sehen ist der Quarz (oben rechts) der weiße Punkt darunter ist der Trimmer, das schwarze Viereck ist das IC und links daneben ist die Spule mit ca. 25 – 30 m Kupferdraht. Durchmesser der Spule 2mm.

20. Nach der Reinigung aller Werkkomponenten folgt jetzt die Endmontage des Werkes.

21. Datumsschaltung und Zeigerwerk der Longines Ultra- Quartz fertig aufgebaut. Unter dem Minutenrad in der Mitte, kann man ein kleines Kugellager erkennen. Der Vorteil, es ist extrem leichtgängig und langlebig.

22. Jetzt erfolgt mit Verwendung der Montagehilfe der Einbau der Basisplatine.

23. Das Aufsetzen und befestigen des Stators.

24. Das Einsetzen des Sekunden und Kleinbodenrades, es wird in Höhe der Radkränze auf den Wellen angepaßt. Damit die Übersetzungen stimmen, mussten zwei Zahnkränze umgesetzt werden.

25. So sieht das fertig aufgebaute Uhrwerk aus. Alle Bauteile befinden sich auf der Unterseite der Platine.

26. Das fertige Werk, Zifferblatt und Uhrzeiger sind aufgesetzt. Das Zifferblatt und die Zeiger wurden beim Umbau nicht verändert.

27. Das Zifferblatt nach dem Einbau, das Gehäuse wurde davor geschliffen, poliert und rhodiert.

28. Die Rückseite der Longines Ultra-Quartz nach Fertigstellung. Auch nach dem Umbau wird die Uhrzeit und das Datum von unten eingestellt.

Dieser Bericht über den Umbau einer Longines Ultra-Quartz Kaliber 6512 wurde uns von Uhrenservice Michael Merge zur Verfügung gestellt. Weitere Infos erhalten Sie direkt bei M. Merge Uhrmachermeister.
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