|
Wie
funktioniert eine Automatikuhr?
Hier der Versuch, zu
erklären wie eine Automatikuhr funktioniert. Ich bitte
aber zu bedenken, ich bin leider kein Uhrmacher, sollten
sich Fehler eingeschlichen haben, wäre ich für eine
Korrektur dankbar. Bitte möglichst das
Anfrage Formular
dafür verwenden.
Um die Funktion einer
Automatikuhr leichter zu verstehen, ist es hilfreich
zuerst mal Kenntnisse der verschiedenen Bereiche der Uhr
zu haben. Für eine korrekt arbeitende Uhr ist das
Zusammenspiel verschiedener unterschiedlicher Organe von
entscheidender Bedeutung, dabei unterscheiden wir:
Das
Regulierungsorgan
Jede mechanische Armbanduhr besitzt einen
Schwingkörper in Form einer Unruh. Diese Unruh schwingt
mit einer durch die Unruhspirale vorgegebenen
Schwingungszahl, bei älteren Uhren oftmals 18.000
Halbschwingungen, bei modernen Uhren meist 21.600 oder
28.800 Halbschwingungen in der Stunde. Diese
Schwingungen regulieren mit ihrem Zeitintervall den
genauen Gang der Uhr. Bei einer Schlagzahl der Unruh von
28 800 Halbschwingungen in der Stunde lässt sie das
Räderwerk innerhalb von 24 Stunden 691 200mal vorrücken.
Das Verteilerorgan
Das Organ hat
die Aufgabe, die durch das Hemmungsrad erhaltene
Antriebskraft schrittweise freizugeben, verteilt also
gleichmäßig den Energiefluss. Erst dadurch wird eine
kontrollierte Drehbewegung der
Zahnräder möglich. So
wird das Regulierungsorgan in Betrieb gehalten und die
Schwingungen korrekt wiedergegeben.
Das
Übertragungsorgan
Hat die Aufgabe die Antriebskraft auf das
Hemmungsrad zu übertragen, und zählt dabei die Anzahl
der Umdrehungen und untersetzt sie, um sie auf dem
Zifferblatt in Form der Uhrzeit darzustellen.
Das
Antriebsorgan
Bei einer Automatikuhr erhält die Zugfeder durch den
Rotor die nötige Antriebskraft, um die Uhr in Gang zu
setzen und zu halten. Zu unterscheiden sind
Zentralrotoren, sie drehen sich über dem ganzen Werk und
Mikrorotoren die in die Werksebene integriert sind.
Die Funktionsweise
Bei einer Automatikuhr erhält die Zugfeder ihre
Antriebskraft durch die sich drehende Schwungmasse des
Rotors.
Der Rotor spannt durch seine Bewegung die Zugfeder der
Uhr, diese Zugfeder besteht bei modernen Uhren aus einem
dünnen Flachdraht der in Form einer Spirale aufgewickelt
ist. Die Zugfeder ist zumeist aus unzerbrechlichem
nichtrostendem Nivarox. Die Zugfeder befindet sich in
einem Behälter, der Federhaus genannt wird.
Die gespannte Feder
versucht natürlich ihre ursprüngliche ungespannte Form
wieder zu erlangen und gibt dabei Energie ab. Damit
diese Energie gleichmäßig abgegeben wird, ist das
Federhaus direkt mit dem Räderwerk der Uhr verbunden.
Das Räderwerk hat jetzt die Aufgabe, die Umdrehungen zu
multiplizieren und die erhaltene Kraft der Feder
proportional zu verringern.
Das Räderwerk besteht
aus dem Minutenrad (eine Umdrehung in 60 Minuten), einem
Zwischenrad (eine Umdrehung in 10 Minuten), dem
Sekundenrad (eine Umdrehung in 60 Sekunden) und dem
Hemmungsrad oder Ankerrad, das gemeinsam mit dem Anker
die Hemmung bildet. Somit fungiert das Räderwerk als
Übersetzungsgetriebe das von langsamen Umdrehungen
Stunden und Minuten zu den schnellen des Sekundenzeigers
übersetzt.
Um ein ungebremstes
und zu schnelles laufendes Räderwerk zu verhindern,
muss es gebremst werden. Dazu liefert die Hemmung
die Energie in kleinen Mengen an und regelmäßigen
Intervallen an das Regulierungsorgan und
Schwingsystem der Unruh.
In der Geschichte der
Uhrmacherkunst wurden mehr als 250 verschiedene
Hemmungskonstruktionen erfunden, bei modernen
mechanischen Armbanduhren finden sich jedoch überwiegend
Ankerhemmungen. Bedingt durch seine Arbeit die Energie
von Räderwerk zur Unruh kontrolliert abzugeben zählt der
Anker zu den am meisten strapazierten Teilen im
mechanischen Uhrwerk.
Die Unruh ist ein
kreisförmiger Ring, auch als Schwingreif bezeichnet, der
im Mittelpunkt an einer Achse befestigt ist. Die Unruh
dient letztlich zur Erzeugung einer zeitlich definierten
Bewegung, die dann durch die Mechanik des Uhrwerks in
eine Bewegung der Uhrzeiger umgesetzt wird.
Mehr
Informationen in meinem
Uhrenlexikon! |